Ratgeber
Ratgeber
Praxiswissen aus dem Alltag eines Sanitärbetriebs – so erklärt, dass Sie damit auch wirklich etwas anfangen können.
Barrierefreies Bad: bis zu 4.180 Euro von der Pflegekasse
Für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen wie den Umbau einer Badewanne zur bodengleichen Dusche zahlt die Pflegekasse nach § 40 Absatz 4 SGB XI bis zu 4.180 Euro je Maßnahme, sofern ein Pflegegrad vorliegt. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt und bewilligt sein. Wer erst umbaut, verliert den Zuschuss.
Abfluss verstopft: Was hilft und was den Schaden vergrößert
Bei verstopftem Abfluss wirken drei Dinge: die Saugglocke (bei ausreichend Wasser im Becken), das Öffnen und Reinigen des Siphons und eine mechanische Spirale. Backpulver mit Essig ist weitgehend wirkungslos. Chemische Rohrreiniger greifen Dichtungen und Kunststoffrohre an und stehen bei einer festen Verstopfung im Rohr, statt zu wirken.
Tropfender Wasserhahn: Was er wirklich kostet
Ein tropfender Wasserhahn verliert nach Angaben des Umweltbundesamts über 7.000 Liter Wasser im Jahr. In Hamburg kostet der Kubikmeter Trinkwasser 2,19 Euro brutto, dazu kommen 2,49 Euro Schmutzwassergebühr – zusammen 4,68 Euro. Sieben Kubikmeter schlagen damit mit rund 33 Euro jährlich zu Buche, für eine Reparatur, die meist nur eine Kartusche braucht.
Wie hart ist das Wasser in Hamburg? Ein verbreiteter Irrtum
Das Hamburger Trinkwasser liegt überwiegend im Bereich weich bis mittelhart, nicht im harten Bereich. Ein Enthärtungsgerät ist für die meisten Hamburger Haushalte deshalb nicht nötig. Die genaue Härte hängt vom versorgenden Wasserwerk ab und lässt sich bei HAMBURG WASSER adressgenau abfragen.
Bleileitungen: Die Austauschfrist ist abgelaufen
Nach § 17 Absatz 1 der Trinkwasserverordnung waren Bleileitungen bis zum 12. Januar 2026 auszutauschen – diese Frist ist abgelaufen. Der Grenzwert für Blei im Trinkwasser liegt bei 10 Mikrogramm je Liter. Betroffen sind vor allem Gebäude, die vor 1973 errichtet wurden; in Hamburg gibt es über 62.000 Wohngebäude aus der Zeit vor 1949.
Rückstau im Keller: Ihre Pflicht als Eigentümer in Hamburg
Nach § 14 des Hamburgischen Abwassergesetzes muss der Grundstückseigentümer Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene gegen Rückstau aus der öffentlichen Kanalisation sichern. Die Rückstauebene ist im Regelfall die Straßenoberkante an der Anschlussstelle. Fehlt die Sicherung, kann die Versicherung nach einem Schaden die Leistung kürzen.
Heizung entlüften: Anleitung und der vergessene letzte Schritt
Entlüften Sie von unten nach oben und beginnen Sie in jeder Etage beim Heizkörper, der am weitesten von der Heizung entfernt ist. Schalten Sie die Umwälzpumpe vorher aus und warten Sie eine halbe Stunde. Prüfen Sie danach unbedingt den Anlagendruck – beim Entlüften entweicht Volumen, und ein zu niedriger Druck schaltet die Anlage ab.
Notdienst-Abzocke erkennen: Woran Sie einen seriösen Betrieb sehen
Achten Sie auf sieben Warnzeichen: keine Firmenanschrift auf der Website, Vermittlungsportale mit örtlicher Vorwahl, kein Preis am Telefon, Bargeldforderung, Unterschrift auf einem Blankoformular, Arbeitsbeginn ohne Angebot und Druck zur sofortigen Entscheidung. Gerichte haben Aufschläge von mehr als 100 Prozent über dem üblichen Preis als sittenwidrig eingestuft.
Legionellen im Warmwasser: Pflichten und Temperaturen
Der technische Maßnahmenwert für Legionellen liegt nach der Trinkwasserverordnung bei 100 KBE je 100 Milliliter. Untersuchungspflichtig sind Betreiber von Großanlagen zur Trinkwassererwärmung mit Vermietung; die Intervalle betragen je nach Nutzung ein bzw. drei Jahre. Warmwasser sollte den Speicher mit mindestens 60 °C verlassen, im Zirkulationsrücklauf sollen 55 °C nicht unterschritten werden.
Handwerkerkosten absetzen: 20 Prozent, maximal 1.200 Euro
Nach § 35a Absatz 3 EStG können Sie 20 Prozent der Aufwendungen für Handwerkerleistungen im Haushalt direkt von der Steuerschuld abziehen, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Absetzbar sind Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten, nicht das Material. Entscheidend: Die Rechnung muss unbar bezahlt sein – Barzahlung erkennt das Finanzamt nicht an.
Wasserschaden: Was Sie in den ersten 30 Minuten tun sollten
Drehen Sie zuerst den Hauptwasserhahn zu – das stoppt den Nachlauf sofort. Schalten Sie danach im betroffenen Bereich die Sicherung aus, wenn Wasser in die Nähe von Steckdosen läuft, nehmen Sie stehendes Wasser auf und fotografieren Sie den Schaden für die Versicherung. Erst dann rufen Sie einen Fachbetrieb.
Wo ist der Hauptwasserhahn? So finden Sie ihn
Der Hauptwasserhahn sitzt in Mehrfamilienhäusern meist im Keller an der Hauptabsperreinrichtung, in Wohnungen häufig im Hauswirtschaftsraum, hinter einer Revisionsklappe im Bad oder unter der Spüle. Suchen Sie ihn, bevor Sie ihn brauchen, und bewegen Sie ihn einmal – festsitzende Ventile sind im Notfall wertlos.
Jetzt anrufen – wir schätzen es direkt am Telefon ein.
Schildern Sie kurz, was los ist. Sie erfahren sofort, was zu tun ist, wann wir kommen können und woran Sie preislich sind.