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Ratgeber

Legionellen im Warmwasser: Pflichten und Temperaturen

August 6, 2026 2 Min. Lesezeit

Beim Warmwasser ist der naheliegende Spartipp der falsche: Wer die Temperatur senkt, schafft Legionellen ideale Bedingungen.

Warum das Thema technisch ist und trotzdem alle betrifft

Legionellen sind Bakterien, die im Wasser natürlich vorkommen. Gefährlich werden sie erst, wenn sie sich stark vermehren und über feine Wassertröpfchen eingeatmet werden – typischerweise beim Duschen.

Ihr Wohlfühlbereich ist lauwarmes, stehendes Wasser. Genau deshalb ist Temperatur der wichtigste Hebel.

Die Zahlen

Die Trinkwasserverordnung nennt einen technischen Maßnahmenwert von 100 koloniebildenden Einheiten je 100 Milliliter. Wird er überschritten, sind Maßnahmen erforderlich – Ursachenermittlung, Sanierung, erneute Beprobung.

Untersuchungspflichtig sind Betreiber von Großanlagen zur Trinkwassererwärmung, insbesondere bei Vermietung. Die Untersuchungsintervalle betragen je nach Art der Nutzung ein bzw. drei Jahre.

Für ein selbst genutztes Einfamilienhaus greift die Untersuchungspflicht üblicherweise nicht. Die technischen Empfehlungen zur Temperatur gelten aber unabhängig davon.

Die Temperaturen, die Sie einhalten sollten

Warmwasser soll den Speicher mit mindestens 60 Grad verlassen. Im Zirkulationsrücklauf sollen 55 Grad nicht unterschritten werden. Diese beiden Werte sind der Kern der gesamten Vorsorge.

Der eine Spartipp, den Sie ignorieren sollten

Es klingt vernünftig: Warmwassertemperatur runter, Energie gespart. Bei zentralen Anlagen ist das jedoch die eine Stelle, an der Sparen ein Gesundheitsrisiko erzeugt. Wer die Temperatur in den lauwarmen Bereich absenkt, schafft genau die Bedingungen, unter denen sich Legionellen vermehren.

Sparen Sie stattdessen dort, wo es nichts kostet außer einem Handwerkertermin: Der hydraulische Abgleich der Heizung bringt laut Verbraucherzentrale bis zu 15 Prozent, ein Grad weniger Raumtemperatur rund 6 Prozent. Beides ohne Nebenwirkungen.

Stagnation ist der zweite Risikofaktor

Neben der Temperatur ist stehendes Wasser das Problem. Selten genutzte Entnahmestellen – das Gäste-WC, die Dusche in der Einliegerwohnung, der Außenhahn – sind typische Schwachstellen. Spülen Sie sie regelmäßig durch.

Nach längerer Abwesenheit gilt dasselbe für die ganze Wohnung: alle Entnahmestellen einige Minuten laufen lassen, warm und kalt. Beim Duschkopf entstehen dabei Aerosole – halten Sie ihn beim ersten Spülen tief in die Wanne und lüften Sie.

Für Vermieter und Verwaltungen

Wenn Sie eine Großanlage betreiben und vermieten, ist die Untersuchung keine Kür. Dokumentieren Sie Probenahmen, Ergebnisse und ergriffene Maßnahmen – im Streitfall zählt, was nachweisbar ist.

Wenn Sie lieber jemanden kommen lassen

Wir sind durchgehend erreichbar – 24 Stunden am Tag, in ganz Hamburg und im Umland. Ein Anruf klärt meist in zwei Minuten, ob Sie selbst weiterkommen oder ob wir vorbeischauen sollten.

Quellen

  1. Trinkwasserverordnung, Anlage 3 zu § 53 Absatz 1 Bundesministerium der Justiz Technischer Maßnahmenwert für Legionellen: 100 KBE/100 ml; Untersuchungsintervalle 1 bzw. 3 Jahre abgerufen am 2026-08-06
  2. Heizkosten senken Verbraucherzentrale Ein Grad weniger Raumtemperatur spart rund 6 % Heizenergie; hydraulischer Abgleich bis zu 15 % abgerufen am 2026-08-06

Lieber jemanden kommen lassen?

Wenn Sie sich unsicher sind oder es bereits läuft: Ein Anruf klärt in zwei Minuten, ob Sie selbst weiterkommen oder wir vorbeischauen sollten.

Häufige Fragen

Häufige Fragen dazu

Betrifft mich die Prüfpflicht als Einfamilienhausbesitzer?

In der Regel nicht. Die Untersuchungspflicht richtet sich an Betreiber von Großanlagen zur Trinkwassererwärmung, insbesondere bei Vermietung. Ein selbst genutztes Einfamilienhaus fällt üblicherweise nicht darunter. Die Temperaturempfehlungen gelten technisch trotzdem.

Kann ich zum Energiesparen die Warmwassertemperatur senken?

Bei zentralen Anlagen sollten Sie das nicht tun. Legionellen vermehren sich im lauwarmen Bereich besonders gut. Sparen Sie lieber an anderer Stelle – etwa über den hydraulischen Abgleich der Heizung, der bis zu 15 Prozent bringt, ohne ein Gesundheitsrisiko zu schaffen.

Was tun nach längerer Abwesenheit?

Wasser, das lange stand, gründlich ablaufen lassen – alle Entnahmestellen, warm und kalt, für einige Minuten. Beim Duschkopf entstehen Aerosole; halten Sie ihn beim ersten Spülen möglichst tief in die Wanne und lüften Sie.

Jetzt anrufen – wir schätzen es direkt am Telefon ein.

Schildern Sie kurz, was los ist. Sie erfahren sofort, was zu tun ist, wann wir kommen können und woran Sie preislich sind.

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