Was beim Rückstau passiert
Bei Starkregen füllt sich die öffentliche Kanalisation schneller, als sie abführen kann. Der Wasserspiegel im Kanal steigt – und sucht sich den nächsten tiefer gelegenen Ausgang. Das ist regelmäßig ein Ablauf in Ihrem Keller.
Was dann in den Raum drückt, ist kein Regenwasser. Es ist Abwasser aus dem Kanal, mit allem, was dazugehört.
Die Rechtslage ist in Hamburg eindeutig
§ 14 des Hamburgischen Abwassergesetzes verpflichtet den Grundstückseigentümer, Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene gegen Rückstau aus der öffentlichen Kanalisation zu sichern.
Das ist bemerkenswert klar formuliert: Die Pflicht liegt beim Eigentümer, nicht beim Netzbetreiber. Wer nach einem Rückstauschaden argumentiert, die Stadt hätte den Kanal größer bauen müssen, wird damit nicht durchdringen.
Die Rückstauebene bestimmen
Im Regelfall ist die Rückstauebene die Straßenoberkante an der Anschlussstelle Ihres Grundstücks. Ziehen Sie gedanklich eine waagerechte Linie von dort in Ihr Gebäude: Alles darunter ist gefährdet und muss gesichert werden.
In Hamburg mit seinen vielen Souterrainwohnungen und ausgebauten Kellern betrifft das mehr Räume, als vielen bewusst ist – Waschküche, Gäste-WC im Untergeschoss, Bodeneinläufe in Kellerräumen.
Der Punkt, an dem es teuer wird
Viele Versicherungsverträge setzen eine funktionsfähige Rückstausicherung voraus, gerade weil sie gesetzlich vorgeschrieben ist. Fehlt sie, kann die Leistung nach einem Schaden gekürzt werden – im ungünstigen Fall erheblich.
Und „funktionsfähig” ist hier das entscheidende Wort. Eine Rückstauklappe, die seit dem Einbau vor fünfzehn Jahren niemand geöffnet hat, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr dicht: Ablagerungen setzen sich auf der Dichtfläche ab, die Dichtung selbst härtet aus. Sie sieht aus wie eine Sicherung und ist keine.
Klappe oder Hebeanlage
Rückstauverschluss. Schließt selbsttätig bei ansteigendem Wasser. Günstig, aber während der Schließzeit kann auch nichts abfließen. Für Räume von untergeordneter Nutzung ausreichend.
Hebeanlage. Fördert das Abwasser über die Rückstauebene hinweg. Aufwendiger, aber die Ablaufstelle bleibt jederzeit nutzbar. Für ein Souterrainbad oder eine gewerblich genutzte Fläche die richtige Wahl.
Was Sie jetzt tun können
Schauen Sie nach, ob im Keller ein Rückstauverschluss sitzt – meist ein Kasten mit Deckel im Bodenablauf oder in der Grundleitung. Öffnen Sie ihn, prüfen Sie die Dichtfläche auf Ablagerungen, und schließen Sie ihn wieder sauber. Wenn Sie nichts finden oder unsicher sind, lassen Sie es prüfen. Nach dem nächsten Starkregen ist es dafür zu spät.
Wenn Sie lieber jemanden kommen lassen
Wir sind durchgehend erreichbar – 24 Stunden am Tag, in ganz Hamburg und im Umland. Ein Anruf klärt meist in zwei Minuten, ob Sie selbst weiterkommen oder ob wir vorbeischauen sollten.
Quellen
- Hamburgisches Abwassergesetz (HmbAbwG), § 14 Freie und Hansestadt Hamburg Pflicht des Grundstückseigentümers zur Sicherung gegen Rückstau abgerufen am 2026-08-06
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