Vorbereitung: Pumpe aus, warten
Schalten Sie zuerst die Umwälzpumpe aus – meist über den Heizungsregler oder direkt am Gerät. Warten Sie danach etwa eine halbe Stunde. In dieser Zeit steht das Wasser still, und die Luft sammelt sich an den höchsten Punkten des Systems, wo Sie sie erwischen können.
Wer bei laufender Pumpe entlüftet, jagt die Luftblasen durch die Anlage und bekommt sie nur zum Teil heraus.
Die Reihenfolge
Arbeiten Sie sich von unten nach oben durch das Gebäude. Beginnen Sie in jeder Etage bei dem Heizkörper, der am weitesten von der Heizung entfernt ist, und arbeiten Sie sich zurück.
An jedem Heizkörper: Entlüftungsschlüssel auf das Ventil setzen, Gefäß darunter halten, langsam öffnen. Es zischt. Sobald Wasser statt Luft kommt, sofort schließen.
Und jetzt der Schritt, den fast alle vergessen
Prüfen Sie den Anlagendruck. Beim Entlüften haben Sie Volumen aus dem System genommen – die Luft, die vorher darin war, plus etwas Wasser. Der Druck sinkt entsprechend.
Bei den meisten Anlagen liegt der Normalbereich zwischen 1,0 und 2,0 bar. Fällt der Druck unter den Mindestwert, schaltet die Heizung aus Sicherheitsgründen ab – und dann stehen Sie nach dem Entlüften kälter da als vorher. Genau das ist der Grund für einen erheblichen Teil der Anrufe, die wir im Oktober bekommen.
Ist der Druck zu niedrig, füllen Sie über den Füll- und Entleerungshahn Wasser nach, bis der Sollwert erreicht ist. Danach die Pumpe wieder einschalten.
Wenn Sie ständig nachfüllen müssen
Das ist kein Wartungsschritt, sondern ein Warnzeichen. Eine geschlossene Heizungsanlage verliert im Normalbetrieb kein Wasser. Wenn sie es tut, gibt es entweder ein Leck im Heizkreis oder das Ausdehnungsgefäß hat seinen Vordruck verloren.
Beides sollte man nicht laufen lassen: Jedes Nachfüllen bringt frisches, sauerstoffhaltiges Wasser ins System, und der Sauerstoff greift die Anlage von innen an.
Was mehr bringt als Entlüften
Wenn entfernte Räume trotz allem nicht richtig warm werden, ist meist nicht Luft das Problem, sondern die Verteilung. Ohne hydraulischen Abgleich fließt das Heizwasser dorthin, wo der Widerstand am geringsten ist – also zu den nahen Heizkörpern. Man dreht dann die Vorlauftemperatur hoch, um auch das letzte Zimmer warm zu bekommen, und heizt den Rest über Bedarf.
Die Verbraucherzentrale beziffert das Einsparpotenzial eines Abgleichs auf bis zu 15 Prozent. Zum Vergleich: Ein Grad weniger Raumtemperatur bringt rund 6 Prozent. Der Abgleich ist damit die wirksamste Einzelmaßnahme, die man an einer bestehenden Heizung vornehmen kann.
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Quellen
- Heizkosten senken Verbraucherzentrale Ein Grad weniger Raumtemperatur spart rund 6 % Heizenergie; hydraulischer Abgleich bis zu 15 % abgerufen am 2026-08-06
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