Was tatsächlich funktioniert
Die Saugglocke. Unterschätzt, weil sie meist falsch eingesetzt wird. Es muss genug Wasser im Becken stehen, dass der Gummiteller vollständig bedeckt ist – sonst pumpen Sie Luft. Verschließen Sie zusätzlich den Überlauf mit einem feuchten Lappen, sonst entweicht der Druck dorthin. Dann zehn bis fünfzehn Mal kräftig pumpen, nicht zweimal.
Den Siphon öffnen. Bei Waschbecken und Spüle die wirksamste Maßnahme überhaupt, weil dort der größte Teil aller Verstopfungen sitzt. Eimer drunter, die beiden Überwurfmuttern von Hand lösen, Bogenstück abnehmen, ausspülen. Beim Zusammenbau die Dichtungen richtig einlegen und nur handfest anziehen.
Eine Rohrreinigungsspirale. Für den Hausgebrauch gibt es kurze Handspiralen. Sie helfen, wenn die Verstopfung kurz hinter dem Siphon sitzt. Vorsichtig einführen und drehen, nicht mit Gewalt schieben.
Was nicht funktioniert
Backpulver mit Essig. Der Klassiker aus den Haushaltstipps. Es schäumt eindrucksvoll – und das ist auch alles. Chemisch handelt es sich um eine Neutralisation: Die Säure des Essigs und das Natron heben sich gegenseitig auf. Der dabei entstehende Druck reicht nirgends hin, um einen Fettpfropfen oder verfilzte Haare zu lösen.
Gegen leichten Geruch im Ablauf ist das Mittel unschädlich. Als Mittel gegen eine Verstopfung ist es eine Legende.
Was den Schaden vergrößert
Chemische Rohrreiniger. Sie arbeiten mit stark alkalischen oder sauren Wirkstoffen. Drei Probleme:
Erstens erreichen sie bei stehendem Wasser die Verstopfung kaum – sie verdünnen sich auf dem Weg. Zweitens wirkt das, was ankommt, auf Dichtungen, Kunststoffrohre und Metall. Und drittens: Wenn danach doch jemand mechanisch arbeiten muss, steht die Lauge noch in der Leitung. Wer dann den Siphon öffnet, bekommt sie ab.
Kochendes Wasser. In Kunststoffabläufen und an Sanitärkeramik keine gute Idee. Kunststoff verformt sich, Keramik verträgt plötzliche Temperatursprünge schlecht. Handwarmes Wasser ist unbedenklich, bringt aber bei einer festen Verstopfung wenig.
Der wichtigste diagnostische Hinweis
Prüfen Sie, wie viele Abläufe betroffen sind. Läuft nur ein Becken schlecht ab, sitzt das Problem direkt darunter – dort kommen Sie mit den genannten Mitteln hin.
Laufen dagegen mehrere Abläufe gleichzeitig träge, oder gluckert es in der Dusche, wenn Sie in der Küche Wasser ablaufen lassen, dann ist die gemeinsame Fallleitung betroffen. Jeder Versuch am einzelnen Becken ist dann vergebliche Mühe – und im Mehrfamilienhaus betrifft es meist auch die Nachbarn.
Und wenn es immer wiederkommt
Eine Verstopfung, die nach jeder Reinigung zurückkehrt, hat eine bauliche Ursache: eine abgesackte Muffe, Wurzeleinwuchs, Ablagerungen über eine längere Strecke. Das sieht man erst mit der Kamera – und danach weiß man, ob gespült, gefräst oder repariert werden muss.
Wenn Sie lieber jemanden kommen lassen
Wir sind durchgehend erreichbar – 24 Stunden am Tag, in ganz Hamburg und im Umland. Ein Anruf klärt meist in zwei Minuten, ob Sie selbst weiterkommen oder ob wir vorbeischauen sollten.
Lieber jemanden kommen lassen?
Wenn Sie sich unsicher sind oder es bereits läuft: Ein Anruf klärt in zwei Minuten, ob Sie selbst weiterkommen oder wir vorbeischauen sollten.